w/k - Zwischen Wissenschaft & Kunst
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5 Jahre w/k: Was bisher geschah. Teil I

Text: Peter Tepe | Bereich: Über w/k

Übersicht: Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Online-Journals erfolgt ein Rückblick auf das Geleistete. Die einzelnen Verbindungsformen zwischen Wissenschaft und Kunst werden definiert, und alle bislang erschienenen Beiträge werden in die für w/k entwickelte Systematik eingeordnet. 5 Jahre w/k besteht aus zwei Teilen; Teil II wird in Kürze folgen.

Die Startrunde des Online-Journals w/k – Zwischen Wissenschaft und Kunst fand am 29. Oktober 2016 statt – mit 11 Beiträgen im deutschen und 12 im englischen Teil; diese Artikel sind weiterhin zugänglich. Das fünfjährige Bestehen von w/k nehme ich zum Anlass, auf das bislang Geleistete zurückzublicken. Alle bis zum 15. Januar 2022 erschienenen Beiträge werden in die für diese Zeitschrift entwickelte Systematik eingeordnet; berücksichtigt werden auch die Redaktionstexte sowie die auf der Startseite zugänglichen Informationen.

5 Jahre w/k steht insofern in Verbindung zur Reihe Über „Leonardo im Labor“, als deren Teil IV, welcher nach der in den Teilen I–III erfolgten eigentlichen Rezension das w/k-Programm verstärkt ins Spiel bringt, erst auf der Grundlage der Aufarbeitung dessen, was bisher geschah, geschrieben und veröffentlicht wird.


Inhalt – Teil I

Einleitung: Suche nach Verbindungen zwischen Wissenschaft und (bildender) Kunst

1. Wissenschaftsbezogene Kunst
    1.1 Definition und Folgerungen
    1.2 Die w/k-Beiträge zur biologiebezogenen Kunst
    1.3 Weitere w/k-Beiträge zur wissenschaftsbezogenen Kunst
    1.4 Verwandte w/k-Beiträge

2. Technik- bzw. technologiebezogene Kunst
    2.1 Definitionen
    2.2 Die w/k-Beiträge zur technikbezogenen Kunst

3. Kooperationen zwischen Wissenschaft, Technik und Kunst
    3.1 Fünf Formen der Kooperation    
    3.2 Die w/k-Beiträge über Kooperationen


Peter Tepe: Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kunst (2016). Foto: Jens Helmus.

Einleitung: Suche nach Verbindungen zwischen Wissenschaft und (bildender) Kunst

Will man das gesamte Feld Kunst und Wissenschaft sinnvoll und auf möglichst einfache Weise strukturieren, so bietet es sich an, nach Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kunst zu suchen: nach vorliegenden und darüber hinaus nach möglichen Verbindungen. In w/k steht die bildende Kunst im Mittelpunkt des Interesses, aber die anderen Kunstformen werden im Blick behalten.

Ich gehe nach und nach auf alle mir bislang bekannten Verbindungen ein. Diese Liste lässt sich, falls etwas fehlen sollte, problemlos durch weitere Verbindungen ergänzen. Behandelt werden:

  • Wissenschaftsbezogene Kunst
  • Technik- bzw. technologiebezogene Kunst
  • Kooperationen zwischen Wissenschaft, Technik und Kunst
  • Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Kunst
  • Kunstbezogene Wissenschaft
  • Künstlerische Forschung

1. Wissenschaftsbezogene Kunst


1.1 Definition und Folgerungen

Wissenschaftsbezogene Kunst liegt vor, wenn eine Künstlerin oder ein Künstler im Arbeitsprozess auf Theorien und/oder Methoden und/oder Ergebnisse dieser oder jener Wissenschaft zurückgreift. Die Wissenschaftsrezeption findet dabei stets im Rahmen eines individuellen Kunstprogramms statt, das Teil einer größeren Kunstströmung sein kann, aber nicht muss.

Das „und/oder“ zeigt an, dass in der künstlerischen Wissenschaftsrezeption unterschiedliche Akzente gesetzt werden können: Eine Künstlerin, die sich z.B. mit der Quantenphysik auseinandersetzt, kann sich a) primär oder sogar ausschließlich mit einer bestimmten Theorie befassen; sie kann sich b) aber auch auf Methoden der Quantenphysik  konzentrieren oder c) in der künstlerischen Arbeit nur auf bestimmte Ergebnisse dieser Wissenschaft reagieren – ferner können a), b) und c) auf verschiedene Weise miteinander kombiniert werden. Beim weiteren Ausbau der Theorie lassen sich bei Bedarf noch weitere Differenzierungen hinzufügen.

Der Begriff der wissenschaftsbezogenen Kunst ermöglicht eine erste einfache und leicht nachvollziehbare Strukturierung des großen Feldes Kunst und Wissenschaft:

  • Im Prinzip kann es zu jeder Wissenschaft spezifische Formen wissenschaftsbezogener Kunst geben, welche auf den jeweiligen Entwicklungsstand dieser Disziplin reagieren.
  • Aus dem Begriff der wissenschaftsbezogenen Kunst können, wenn man die einzelnen Wissenschaften ins Auge fasst, speziellere Begriffe abgeleitet werden, z.B. die der mathematikbezogenen, physikbezogenen, chemiebezogenen, biologiebezogenen, soziologiebezogenen, philologiebezogenen, philosophiebezogenen Kunst.
  • Darüber hinaus kann auf einer allgemeineren Ebene zwischen naturwissenschaftsbezogener und geistes– bzw. kulturwissenschaftsbezogener Kunst unterschieden werden.
  • Bei der näheren Bestimmung dieser einzelnen Kunstformen kann wie bei der Definition der wissenschaftsbezogenen Kunst vorgegangen werden: Mathematikbezogene Kunst etwa liegt vor, wenn eine Künstlerin oder ein Künstler im Arbeitsprozess auf Theorien und/oder Methoden und/oder Ergebnisse der Mathematik zurückgreift.
  • Da nicht alle Möglichkeiten bereits verwirklicht sind, können Künstlerinnen und Künstler gezielt nach Lücken suchen und diese füllen; das ist mit dem Auffinden von Forschungslücken in den Wissenschaften vergleichbar.
  • Am Beispiel der – in Leonardo im Labor ausführlich behandelten – BioArt zeige ich, wie sie in die wissenschaftsbezogene Kunst eingeordnet werden kann; entsprechend kann bei allen anderen speziellen Kunstströmungen verfahren werden. Charakteristisch für die Bio Art ist nach Ingeborg Reichle „der Zugriff auf die molekulargenetische Ebene von Organismen (DNA, RNA, Proteine). Dies setzt ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung voraus. Und den systematischen Einsatz von Instrumenten und Apparaturen, Technologien und Reagenzien.“ (Vogel 2021:185) BioArt kann somit als spezielle Variante biologiebezogener Kunst eingeordnet werden. Verfehlt ist also die Annahme, die BioArt (im erläuterten Sinn) sei die einzig mögliche Spielart biologiebezogener Kunst. Anders gefasst und allgemeiner formuliert: Die x-bezogene Kunst kann stets in mehreren Varianten auftreten.
  • In den Auflistungen der w/k-Artikel werden in einigen Fällen, wenn dies sinnvoll erscheint, Mehrfach-Zordnungen vorgenommen.

1.2 Die w/k-Beiträge zur biologiebezogenen Kunst

Verschiedene Formen biologiebezogener Kunst werden in w/k-Beiträgen präsentiert; ich liste sie in der Reihenfolge des Erscheinens von hinten nach vorn auf. Für alle Listen gelten folgende Regelungen:

  • Ausgegangen wird vom deutschen w/k-Teil. Wird zu einem deutschsprachigen Artikel (EN) hinzugefügt, so zeigt das an, dass dieser Artikel auch im englischen Teil enthalten ist – dann natürlich unter einem englischen Titel.
  • Wird ein Beitrag in englischer Sprache eingereicht und nicht ins Deutsche übersetzt, so wird in den Listen der englische Titel angegeben.
  • Um zu verhindern, dass ein nur im englischen w/k-Teil zugänglicher Artikel von Nutzern, welche sich hauptsächlich oder ausschließlich im deutschen Teil bewegen, übersehen wird, verfährt die Redaktion seit einiger Zeit folgendermaßen: Durch einen Kurzbeitrag unter dem unveränderten Titel wird erstens auf die Publikation im englischen Teil hingewiesen, und zweitens gibt ein in deutscher Sprache verfasstes Abstract einen Überblick über den Inhalt. Entsprechend wird bei einem nur im deutschsprachigen Teil zugänglichen Artikel verfahren: Im englischen Teil wird dann durch einen Kurzbeitrag darauf hingewiesen. Die Formulierungen (Kurzbeitrag in DE) und (Kurzbeitrag in EN) weisen darauf hin.
  • Um Verwechslungen zu vermeiden, bleiben in der Auflistung bei Interviews der Gesprächspartner und bei Beiträgen über eine Künstlerin bzw. einen Künstler der Autor ungenannt.

Swaantje Güntzel: Plastikmüll im Meer (EN)

Swaantje Güntzel: Meeresbiologie

malatsion: Labor-Phantasien (EN)

Hugo Boguslawski: Paläontologische Kunst (EN)

Birgitta Weimer: Kunst als Forschung (Kurzbeitrag in EN)

Silvia Stocchetto: Formen der Natur (EN)

malatsion: Genese/genesen (EN)

Roland Regner: Transformationen (Kurzbeitrag in EN)

Vera Meyer: The Beauty and the Morbid: Fungi as Source of Inspiration in Contemporary Art (Kurzbeitrag in DE)

Vera Meyer: Merging Science and Art through Fungi (Kurzbeitrag in DE)

Hubert Mayer: Gentechnologie und die Ausstellung Zellvitalität (die englische Übersetzung wird in der ersten Jahreshälfte 2022 erscheinen)

Paul Diestel – Formen der Natur (EN)

Lorenz Olivier Schmid – Fotografie als botanische Forschung (Kurzbeitrag in EN)

  • Ist einmal erkannt, dass ein bestimmtes Kunstphänomen der wissenschaftsbezogenen Kunst zuzuordnen ist, so sollte in einem weiteren Schritt immer geklärt werden, auf welche Wissenschaft(en) zurückgegriffen wird, ob also z.B. physikbezogene Kunst vorliegt und wenn ja, welche Akzente die Künstlerin oder der Künstler dabei setzt.
  • Da Leonardo im Labor nicht mit dem Anspruch auftritt, das Feld Kunst und Wissenschaft vollständig abgedeckt zu haben, besteht hier kein Konflikt.

1.3 Weitere w/k-Beiträge zur wissenschaftsbezogenen Kunst

Sichtet man die in w/k bislang veröffentlichten Beiträge zur wissenschaftsbezogenen Kunst, so lassen sich folgende speziellere Zuordnungen vornehmen – auch hier gehe ich, was den jeweils ersten Titel anbelangt, von hinten nach vorn vor; weitere Artikel des jeweiligen Typs werden hinzugefügt:

Anatomiebezogene Kunst (als Teil der medizinbezogenen Kunst)

Anna Lena Grau: Neucodierungen (EN)

Anna Lena Grau: Gespinste (EN)

Chemiebezogene Kunst

Marcus Ahlers: System und Synergie (EN)

Thomas Schönauer: Künstler/Philosoph (EN)

Physikbezogene Kunst

Detlev van Ravenswaay: Space Art (EN)

Helmut Schweizer: Wissenschaftskritische Kunst

Thomas Schönauer: Künstler/Philosoph (EN)

Helmut Schweizer – eine Annäherung (EN)

Philipp Lachenmann: Delphi Rationale (Kurzbeitrag in EN)

Thomas Schönauer: Wissenschaft – Technik – Kritik des linearen Denkens (EN)

Psychologiebezogene Kunst

Irene Daum: Psychologie und Kunst (EN)

Neurowissenschaftsbezogene Kunst

Wissenschaftsbezogene Kunst: Mischa Kuball (EN)

Adi Hoesle: Brain Painting (Kurzbeitrag in EN)

Ursula Damm und Birgit Brüggemeier: In der Sprache der Fliegen (EN)

Christian Heuchel und Irene Daum: Architektur, Kunst und Neurowissenschaften (EN)

Till Bödeker: Sensorische Deprivation (EN)

Interview mit Till Bödeker

Ökologiebezogene Kunst

Swaantje Güntzel: Plastikmüll im Meer (EN)

Swaantje Güntzel: Meeresbiologie

Ryo Kato – Wanderer zwischen den Welten (EN)

Mario Asef: Kunst und Ökologie (Kurzbeitrag in EN)

Philosophiebezogene Kunst

Markus Schrenk: True Copy (DE)

Markus Schrenk: Polygone – Ein Begleittext zur Ausstellung (EN)

Peter Tepe: Wissenschaftsbezogen: Vier neue Serien

Videointerview 1: Peter Tepe (EN)

Mathematikbezogene Kunst

Gerhard Daum: Mathematisch-experimenteller Konstruktivismus (EN)

Milena Damrau und Martin Skrodzki: Combining Mathematics and Arts (Kurzbeitrag in DE)

Introducing Milena Damrau and Martin Skrodzki (DE)

Ägyptologiebezogene Kunst

Tinka Bechert: Triangulations

Naturwissenschaftsbezogene Kunst

Cordula Hesselbarth: Naturgesetze aus der Sicht der Kunst – Teil I (EN)

Wissenschaftsillustration

Cordula Hesselbarth: Wissenschaftsillustration und Theorie sinnlicher Erkenntnis – Teil II (Kurzbeitrag in EN)

Wissenschaftsbezüge beim Buchillustrator und Grafiker Harry Jürgens (EN)

Kunst mit Bezug zu Wissenschaftsexpeditionen

Volker Hermes: Humboldt-Hybride (Kurzbeitrag in EN)

Ethnologiebezogene Kunst

Angelika Boeck: Künstlerin mit Promotion (EN)

Kunst mit Bezug zur Erforschung Künstlicher Intelligenz

Martin Skrodzki: AI and Arts – A Workshop to Unify Arts and Science (Kurzbeitrag in DE)

Christian Heuchel und Irene Daum: Architektur, Kunst und Neurowissenschaften (EN)

Michael Klipphahn: Künstliche Intelligenz in Gesellschaft und Kunst (EN)

Philipp Preußger: „Drone Art“ zwischen Anschauung und Vermittlung (Kurzbeitrag in EN)

Geisteswissenschaftsbezogene Kunst

Wissenschaftsbezüge beim Buchillustrator und Grafiker Harry Jürgens (EN)

1.4 Verwandte w/k-Beiträge

Körperlichkeit/Körperbild

Barbara Herbert – Pompeji Out of the Dark (EN)

Verbindung zwischen Literatur und bildender Kunst

Ralf Borlinghaus: Wortkunst: Eine neue Kunstform (EN)

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Zitierweise

Peter Tepe (2022): 5 Jahre w/k: Was bisher geschah. Teil I. w/k - Zwischen Wissenschaft & Kunst. https://doi.org/10.55597/d15630

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