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Auszüge aus der Einführungsrede von Prof. Dr. Irene Daum vom 31.08.2021

Die Katze ist neben dem Hund das beliebteste Haustier und erfreut sich als Motiv der bildenden Kunst seit Jahrhunderten großer Beliebtheit. Um die Katze ranken sich zahlreiche Mythen. Ihr rätselhaftes Wesen steht für Anmut, Schönheit, Intelligenz und Anschmiegsamkeit. Andererseits wird sie aber auch mit Unglück in Verbindung gebracht („schwarze Katze“), und ihr werden übersinnliche Fähigkeiten nachgesagt. Katzen sprechen die Gefühlswelt des Menschen in vielfältiger Weise an, von großer Zuneigung und Faszination bis hin zu Angst und Abneigung.

Die Darstellung von Großkatzen als Symbol von Macht und Kraft hat in vielen Kulturen eine lange Tradition. In der in Frankreich vorgefundenen Höhlenmalerei, die auf ca 30.000 v.Chr. datiert wird, finden sich zahlreiche Löwen-Motive, ebenso wie in auf Wandbildern der babylonischen Kultur. Tiger wurden auf Reliefs in Pakistan und Indien und Jaguar-Motive in der mittelamerikanischen Kunst abgebildet.

In der ägyptischen Kunst galten Katzen als heilige Tiere, die mit den Göttern in Verbindung standen und auf Reliefs oder in der Malerei Gräber schmückten. Auch in der chinesischen Kunst waren Katzen bei Kalligraphie-Künstlern und Malern ein beliebtes Motiv. In japanischen Farbholzschnitten wurden sie schon vor Jahrhunderten als  Haustier, oft zusammen mit ihren Besitzern, abgebildet. 

Berühmte Künstler wie Leonardo da Vinci oder Tintoretto befaßten sich in der Renaissance auf Studienblättern oder Gemälden mit der Darstellung von Katzen. Seit dem 18. Jahrhundert waren Stillleben mit Katzen weit verbreitet; sie wurden als Schoßtier, aber auch als Begleiterinnen des Menschen abgebildet. Künstler wie Pierre Bonnard oder Pierre Auguste Renoir hatten eine Katze als Hausgenossen, und ihre reizvollen Darstellungen lassen die enge Verbindung von Mensch und Tier erkennen. Der Katze zugeschriebene Merkmale wie Anmut, Stolz und Rätselhaftigkeit wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von  Expressionisten wie Ernst Ludwig Kirchner und Franz Marc in heute weithin bekannten Bildern festgehalten. Auch zeitgenössische Künstler wie David Hockney konnten sich dem Reiz des Motivs nicht entziehen. 

Die Ausstellung „Cats are cool“ widmet sich einer großen Bandbreite an Kunstwerken, d.ie sich dem Thema Katze widmen. Die von Marianne Rogee initiierte Sammlung umfasst Original-Zeichnungen, Gemälde und Texte von Künstlern und Prominenten, die die Schauspielerin über Jahrzehnte zusammengetragen hat. Die Kunstwerke werden im Rahmen der Ausstellung zugunsten sozialer Zwecke verkauft.


Beitragsbild über dem Text:  Vernissage der Ausstellung Cats are Cool (2021) Foto: Moritz Niehues.

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